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Ursula zu Gast bei Cafè Puls am Aschermittwoch: Fasten


Ursula Pabst als Ernährungsexpertin bei Puls 4 Cafè Puls live im Studiotalk am Aschermittwoch zum Thema "Fasten".



Was heißt Fasten?
Fasten bedeutet per Definition Verzicht.
Für viele ist Fasten religiös geprägt, und da stammt es auch her. Eine über eine bestimmte Dauer angelegte Fastenzeit soll Körper und Geist sozusagen auf große Feste vorbereiten.
Durch den zeitweiligen Verzicht auf besondere Lebensmittel wie Fleisch, Süßigkeiten oder alkoholische Getränke lernt man diese vielleicht schon alltäglich gewordenen Genussmittel einfach wieder mehr zu schätzen. Das heißt, auch abseits religiöser Motivationen, kann die Fastenzeit eine Auszeit für Körper und Geist sein.

Saftkuren sind auch eine Möglichkeit in der Fastenzeit. Warum ist es so modern Obst und Gemüse als Saft bzw. als Smoothies zu trinken, anstatt einfach das Obst und das Gemüse zu essen? Was macht hier den Unterschied?
Erstens ist es ist praktisch. Und man hat das Gefühl sich etwas Gutes zu tun, einen Ausgleich zur Völlerei zu bekommen. Das Knabbern von frischem Gemüse ist zudem nicht jedermanns Sache. Es ist einfacher das Gemüse gemischt mit Obst zu einem Saft zu pürieren. Dabei lässt sich der Tagesbedarf an Obst und Gemüse ganz einfach erreichen.

Wie lange darf bzw. soll man eine Saftkur machen?
Es gibt fertige Saftkuren zu kaufen, die sind für mehrere Tage ausgelegt. Im Alltag würde ich von Kuren die länger als 3 Tage dauern abraten.

Kann ich meinem Körper Schaden zufügen, wenn ich zu lange Zeit nur Saft trinke?
Einseitige Ernährung ist nie ideal. Obst und Gemüse kriegt man so zwar genug, allerdings fehlt dem Körper irgendwann wertvolles Eiweiß, etwa über Milchprodukte, Fleisch oder Fisch.

Immer nur „kalte“ Säfte, nie etwas Festet und Warmes zu sich zu nehmen, wie gesund ist das wirklich?
Kalt zu essen ist jetzt nicht per se ungesund. Da einem aber beim Fasten generell schneller kalt wird, bezweifle ich, dass man es länger als ein paar Tage gern macht. Fasten mit kalten Speisen und Getränken ist definitiv im Sommer die bessere Idee.

Macht es einen Unterschied, ob ich den Saft selbst presse oder mir eine Detox- Saftkur kaufe?
Selbstgemacht ist immer am besten. Auch weil man weiß was drin ist. Die gekaufte Saftkur ist dagegen unheimlich praktisch und man kommt im Supermarkt nicht in Versuchung, doch noch etwas anderes einzukaufen.

Was bedeutet Souping?
Souping ist quasi die warme Variante der Detox-Säfte. Es werden einfach alle möglichen Suppen zubereitet und als Hauptmahlzeit verzehrt. Solange es keine Cremesuppen sind, sind Suppen meist ziemlich kalorienarm, gut verdaulich und echt vielfältig zubereitbar. Gerade für kalte Tage finde ich diese Variante noch besser als Gemüsesäfte.

Bei der Saftkur sind alle Zutaten roh, beim Souping hingegen alle gekocht. Gehen hierbei nicht viele Vitamine und Nährstoffe verloren?
Nicht alle Nährstoffe leiden beim Kochen. Und man muss das Gemüse ja auch nicht ausschwemmen und zerkochen. Gerade das Lykopin aus Tomaten kann aus gekochten Speisen sogar besser aufgenommen werden.

Nicht jeder isst gerne nur Gemüse, gibt es auch beim Souping eine Variante wie „Naschkatzen“ auf ihren Geschmack kommen (bei den Säften ist ja „wenigstens“ Obst dabei)?
Beim Souping kann der Süßgusto in der Früh mit einem Haferbrei ausgelebt werden. Ansonsten kann man auf Suppen aus süßem Gemüse wie Kürbis, Süßkartoffeln oder Pastinaken zurückgreifen.

Wie wichtig ist die Abwechslung (um keine Mangelerscheinungen zu bekommen)?
Ähnlich wie beim Saftfasten sollte man dem Körper nach einer gewissen Zeit wieder ausreichend Eiweiß zuführen. Ansonsten sind Suppen ja durchaus vielfältig. Denn egal ob klare Suppe mit Gemüseeinlage, cremig pürierte Gemüsesuppe oder eine Art Suppentopf auf asiatische Art kann man sich da ziemlich ausleben. Da kann man auch mal ein eiweißhaltiges Topping dazu servieren.

Wie lange darf ich diese Art des Fastens durchziehen?
Fasten sollte man immer nur solang, wie es einem gut tut. Man soll sich zu nichts zwingen oder überreden lassen.

Rohkost ist ein ebenso großer Lifestyle Trend. Macht Rohkost Sinn und wie verträglich ist Rohkost für den Körper? Laut traditioneller Chinesischer Medizin ist Rohkost ganz böse für den Körper. Was meinen Sie, wie gesund ist es für uns, wenn wir uns über einen längeren Zeitraum nur roh ernähren?
Ob einem Rohkost gut tut oder nicht, muss man selbst ausprobieren. Der Körper kann sich da an vieles gewöhnen.

Wie lange sollte ich eine Rohkost-Kur durchziehen um meinen Körper zu „reinigen“/entschlacken?
Rohkost hat definitiv den Vorteil, dass die Speisen weniger stark verarbeitet sind, dass man eher weiß was drin ist.

Jeder kennt das, ein Apfel kurz vor dem Schlafen gehen tut gar nicht gut. Was isst man während dieser Kur am Abend?
Zu kurz vorm Schlafengehen sollte man ohnehin nicht mehr zuviel essen. Und wer sich roh ernähren möchte, greift vielleicht eher auf pürierte Obst und Gemüsesäfte zurück, weil die leichter verdaulich sind.

Fasten mit Molke ist auch eine Variante. Molke ist ein Milchprodukt, wie geeignet ist diese Kur für Menschen mit z.B. Laktoseintoleranz?
Personen mit Laktoseintoleranz sollten keine Molkekur machen, da noch reichlich Milchzucker in der Molke vorkommt.

Bekomme ich alle notwendigen Vitamine und Nährstoffe bei einer Kur, die nur aus Molkeprodukten besteht?
Molke liefert bestenfalls einige Mineralstoffe, allerdings weder nennenswerte Eiweißmengen, noch alle Vitamine. Aus diesem Grund ist sie wie andere Trinkkuren nur für kurze Auszeiten geeignet. Vor allem im normalen Arbeitsalltag lassen sich solche Fastenformen schwer umsetzen. Wer nur Flüssigkeit zu sich nimmt, führt damit natürlich kaum Kalorien zu. Zwar nimmt man dabei durchaus rasch ab, wobei das vor allem Wasser und im schlimmsten Fall auch Muskelmasse ist.

Es gibt Molke im Kühlregal und Molkepulver im Reformhaus, was davon verwende ich für eine Molkekur?
Die meisten Molkedrinks im Kühlregal enthalten Frucht- und Zuckerzusätze. Will man wirklich Fasten, sollte man reine Molke verwenden.

Jetzt haben wir verschiedene Varianten kennengelernt um die Fastenzeit gut zu meistern. Doch eine ganz wichtige Frage: Wie kann ich das Fasten in meinen Alltag einbauen? Welche dieser Kuren ist für Menschen mit einem stressigen Beruf am geeignetsten?
Ganz wichtig ist zu sagen: niemand muss fasten.
Fasten ist immer eine freiwillige Angelegenheit.
Wer fasten möchte, sollte sich überlegen, wie und wie lange er das tun möchte.
Jeder kann dafür seinen eigenen Rahmen definieren.
Gerade Suppen und Säfte finde ich für alle mit stressigem Beruf ganz praktisch. Denn so bekommt man noch ein Mindestmaß an Energie.

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