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Sauer macht lustig? Nicht immer.

Schließlich hört man immer wieder, dass Entsäuern gut tun würde. Denn aufgrund vieler Faktoren würden sich einfach zu viele Säuren in unserem Körper ansammeln. Haben Sie sich auch schon einmal die Frage gestellt, ob ihr Körper übersäuert ist? Ob die Gelenksbeschwerden vielleicht daher kommen? Oder die Müdigkeit, der Energiemangel, die Cellulite?

Vielleicht haben Sie sogar schon einmal Basenpulver genommen, weil gut gemeinte Ratschläge schnappt man im Internet oder von lieben Bekannten schnell mal auf. Das ist zum Glück nicht immer nötig. Denn unser Körper hat die Fähigkeit die innere Balance selbst herzustellen. Die Sorge, dass säurebildende Lebensmittel dem Körper automatisch einen Schaden zufügen ist unbegründet, solange Nieren und Lunge gesund sind. Denn diese Organe scheiden ein zu viel an Säuren – aber auch ein zu viel an Basen – einfach aus.

Der pH-Wert unseres Körpers
Viele Stoffwechselvorgänge in unserem Körper hängen vom pH-Wert ab. Also den Rahmenbedingungen wie sauer oder basisch es gerade zugeht. Im Magen sorgt ein sehr saures Gemisch dafür, dass Keime abgetötet werden und die Eiweißverdauung in Gang kommt. Gleich danach im Zwölffingerdarm finden wir aber schon ein sehr basisches Milieu. Das heißt, unser Körper ist von Natur aus auf unterschiedliche pH-Werte angewiesen. In unserem Körper sorgen mehrere Organsysteme dafür, den Säure-Basen-Haushalt aufrechtzuerhalten. Über die Lunge wird der Blut-pH-Wert reguliert. Die Niere unterstützt bei der Ausscheidung nahrungsbedingter Säure- oder Basenüberschüsse.

Wird vom pH-Wert des Körpers gesprochen, so ist allerdings meistens jener im Blut gemeint. Säuren und Basen, die bei der Verdauung entstehen, werden über die Nieren und in Folge über den Urin ausgeschieden. Der pH-Wert im Urin schwankt aus diesem Grund weitaus mehr als jener im Blut. Er sagt somit auch nichts über jenen im Blut aus. Sollten sie mit einem Teststäbchen den pH-Wert ihres Urins prüfen und dieser zeigt einen Wert im sauren Bereich, dann sagt das nur aus, dass die Säureausscheidung über ihre Niere sehr gut funktioniert.

Einzig eine metabolische Azidose, wie sie bei Diabetikern im diabetischen Koma oder bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz durch eine verringerte Säureausscheidung entstehen kann ist lebensbedrohlich. Hier ist allerdings ärztliche Hilfe und schnelle Reaktion gefragt, keine basische Ernährung.

Wieso ist die Zitrone basisch?
Wir essen täglich säure- und basenbildende Lebensmittel. Es gibt auch jene die neutral wirken, wie Wasser. Allerdings hängt die Einteilung nicht von der Geschmacksrichtung, sondern vom pH-Wert im Urin nach dem Verzehr des Lebensmittels ab. Zeigt der Urin einen pH-Wert kleiner als 7, so gilt das Lebensmittel als sauer. Bei einem pH-Wert größer 7 ist es ein basisches Produkt.

Zu einem sauren Urin-pH-Wert führen Brot und Weckerl, Fisch, Meeresfrüchte, Fleisch- und Wurstwaren, zuckerhaltige Getränke, Alkohol, Getreide, Mehl, Teigwaren, Milchprodukte und Süßwaren.

Zu einem basischen Urin-pH-Wert führen pflanzliche Öle, Gemüsesäfte, Wasser, Kräutertees, ungesüßte Obstsäfte, Bohnen, Tofu, Sojamilch, Gemüse, Obst, Pilze, Kräuter, Essig oder Mineralwasser.

Fakt ist aber: wir essen meist mehrere Dinge gemischt und die Balance machts. Die Realität zeigt, dass eine ernährungsbedingte Übersäuerung mit einer längerfristigen Verschiebung des Blut-pH-Wertes selbst bei Fleischtigern oder Gemüsemuffeln nicht auftritt, da die Kapazität zur Säureausscheidung über die Niere weitaus höher ist als die Säurebelastung durch die Nahrung. Das trifft zu, solange Nieren und Lunge gut funktionieren. Wer sich ausschließlich von Süßigkeiten, Weißmehl und Fleisch ernährt, könnte allerdings langfristig ein Problem bekommen, denn ein hoher Blutzuckerspiegel und Diabetes kann die Gefäße schädigen und die Niere in ihrer Funktion beeinträchtigen.

Übrigens ist die Welt der Studien schon eine recht paradoxe Welt! Gerade das Thema der sauer und basisch wirkenden Lebensmittel wirft nämlich einige unerwartete Widersprüche auf:

  • Zucker in seiner Reinform (Achtung: für Kuchen und Co. gilt diese Aussage nicht) und Kaffee werden meist zu den Säurebildnern gezählt, sie weisen in der Praxis jedoch einen neutralen bzw. leicht basischen Urin-pH-Wert auf. Vollkornmehl wird hingegen den Basenbildnern zugesprochen, führt jedoch zu einem sauren Urin pH-Wert. Wissenschaftlich bewiesen ist heute jedoch, dass Vollkornprodukte weit gesünder sind als Zucker.
  • Wer in eine Zitrone beißt, würde sie im ersten Augenblick sofort zu den Säurebildnern zählen – sie verursacht allerdings einen basischen Urin-pH-Wert. Warum? Obst liefert neben Zitronensäure auch Magnesiumcitrat, das im Körper eine basische Wirkung entfaltet.

Calciummangel durch zu viele Säuren
Die Übersäuerung des Körpers wird häufig für Osteoporose mitverantwortlich gemacht. In Studien ist die Beweislage allerdings nicht gegeben. Zwar zeigt sich eine erhöhte Calcium-Freisetzung aus den Knochen bei einer Kost, die reich an Fleisch und anderen tierischen Produkten ist und gleichzeitig einen sehr geringen Anteil an Obst und Gemüse aufweist. Es konnte aber auch beobachtet werden, dass Milch das nötige Calcium liefern kann, um die Knochengesundheit aufrecht zu halten. Letztlich spielen immer viele einzelne Faktoren eine Rolle, so auch der Lebensstil in einer Region. Empfohlen wird daher eine Ernährung nach den heute wissenschaftlichen Erkenntnissen, reich an Obst und Gemüse, täglichem Verzehr von Milchprodukten um die Calciumzufuhr zu decken oder einer guten Auswahl an pflanzlichen Calciumlieferanten sowie einer Reduktion von Fleisch- und Wurstprodukten.

Basenpulver als Ausgleich
Es konnte bisher noch kein wissenschaftlicher Nachweis gezeigt werden, dass „basenfördernde“ Nahrungsergänzungsmittel tatsächlich eine Wirkung im menschlichen Körper zeigen oder Vorteile bringen. Fakt ist jedoch, dass eine Kost reich an Obst und Gemüse die beste basische Grundlage bildet und zusätzlich wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente liefert.

Fazit - Vielfalt statt Einfalt am Teller
Wer sich abwechslungsreich und vollwertig ernährt, greift automatisch zu mehr Obst und Gemüse, reduziert den Fleischkonsum und isst somit auf der basischen Seite. Achten Sie daher auf Vielfalt:
  • 5x täglich eine große Handvoll Gemüse und ab und zu Obst: sie sind die Basenbildner schlechthin
  • reichlich Wasser und Kräutertees: die Neutralität bringt`s
  • pflanzliche Öle: die basische Basis zum Braten, trotzdem nicht im Übermaß verwenden
  • Hülsenfrüchte: Bohnen sind sauer, Linsen sind basisch - mal so, mal so
  • Milch- und Milchprodukte: Säure + Kalzium = ok
  • Zucker in Maßen: verarbeitet zählt er ja trotzdem zu den Säurebildnern
  • Vollkornprodukte: fördern einen konstanten Insulinspiegel – ein großer Mehrwert
  • Fleisch- und Wurstwaren: sollen sowieso reduziert werden
  • Fisch: 1-2x/Woche verkraftet unser Körper leicht

Denken Sie daran - überschüssige Säuren und Basen in der Ernährung werden über die Nieren ausgeschieden, denn ihr Körper arbeitet 24 Stunden damit es ihnen gut geht. Und Stress ist auch nicht gut: wer sich mit basischer Kost zusätzlich stresst, tut sich damit auch nichts Gutes.

Quellen (Stand: 22.4.2020)
https://www.medizin-transparent.at/basenfasten-die-kur-fur-ihre-geldborse/
https://www.eucell.de/ernaehrung/lebensmittellisten/saeurebildende-und-basenspendende-lebensmittel-saeure-basen-haushalt.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Basische_Ernährung
https://www.ernaehrungs-umschau.de/fileadmin/ErnaehrungsUmschau/pdfs/pdf_2006/05_06-/EU05_168_173_Version02.pdf

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